Pressemitteilung - 660(2009)

EuroDIG 2009: Schutz der Menschenrechte und universeller Internetzugang oberste Priorität bei der Verwaltung des Internets

Genf, 16.9.2009 – Der Schutz der Menschenrechte, die Sicherstellung des Internetzugangs als öffentliche Dienstleistung für alle Menschen und die Förderung von Medienkompetenz sollten bei der Verwaltung des Internets in Europa oberste Priorität haben. Dies sind einige Ergebnisse des zweiten Europäischen Dialogs zur Internet Governance, bei dem am 14. und 15. September in Genf 200 Vertreter aus der Privatwirtschaft, von Regierungen, Parlamenten und Zivilgesellschaft zusammenkamen.

Die Teilnehmer des EuroDIG begrüßten den Vorschlag, dass der Europarat – vorausgesetzt, seine leitenden Organe stimmen dem zu – das Sekretariat übernimmt, um den Fortbestand des Forums zu sichern. EuroDIG soll weiterhin in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Interessengruppen wie dem Europäischen Parlament (EP) organisiert werden. Das EP war einer der Ideengeber für ein Forum zur Internetverwaltung auf europäischer Ebene und hat bereits das erste EuroDIG-Treffen in Straßburg unterstützt.

Unter den Teilnehmern bestand Einigkeit darüber, dass bei der Behandlung von Fragen, welche die Verwaltung des Internets betreffen, auf jeden Fall das Prinzip der Pluralität der beteiligten Interessengruppen beibehalten werden soll. Vorbilder sind hier das Forum für die Internetverwaltung der Vereinten Nationen (IGF) und die Tunis-Agenda (Ergebnisse des Weltgipfels Informationsgesellschaft). Auch war man der Ansicht, dass der EuroDIG als das „europäische IGF” zu betrachten ist, und als Plattform dienen soll, um eine gemeinsame europäische Perspektive zu erörtern und weiterzuverbreiten.

Zu den diskutierten Themen gehörten der Zugang zum Internet, der Schutz der Privatsphäre im Netz und soziale Netzwerke, Computerkriminalität, kritische Internetressourcen, Netzneutralität, Qualität und Seriosität von Inhalten und ähnliche Fragen, die öffentlich-rechtliche Medien und von Nutzern eingestellte Inhalte sowie Urheberrechtsfragen betreffen. Auch die Medienkompetenz war häufig Thema der Debatten.

Der EuroDIG 2009 wurde von der Europäischen Rundfunkunion und dem Schweizer Bundesamt für Kommunikation mit Unterstützung des Europarates organisiert. Die Debatten mit zahlreichen Teilnehmern dienen zur Vorbereitung der europäischen Beiträge zum Internet Governance Forum (IGF), das vom 15. – 18. November 2009 in Sharm El Sheikh, Ägypten, stattfindet.

Zusammenfassungen der Diskussionen in den einzelnen Workshops finden Sie unter www.eurodig.org.

Zusätzliche Informationen

Das Organisationsnetzwerk EuroDIG wurde im Jahre 2008 eingerichtet und ist eine offene, wachsende Gruppe europäischer Teilnehmer, zu der zum Beispiel der Europarat, der „Club of Rome – European Support Centre”, Comunica-ch, DiploFoundation - die „European At-Large Organisation” (EURALO), die Europäische Rundfunkunion (EBU), Euro-NF, das Europäische Parlament, der Verband der deutschen Internetwirtschaft, die Regierungen Finnlands, Frankreichs, Islands und der Schweiz, INHOPE, die Internationale Handelskammer, INSAFE, ISOC-ECC, die Medienstadt Leipzig e.V., NOMINET, das Schweizer Bundesamt für Kommunikation (OFCOM), SWITCH, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und das Europäische Jugendforum gehören.

Pressekontakt:
Jaime Rodriguez, Europarat, +33 (0) 689 99 50 42, jaime.rodriguez@coe.int

Direktion für Kommunikation des Europarates
Tel: +33 (0)3 88 41 25 60
Fax:+33 (0)3 88 41 39 11
pressunit@coe.int
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